Ein wichtiger Baustein für die regionale Energiezukunft
Die WEMAG Projektentwicklung GmbH plant für die WEMAG Netz den Bau eines Umspannwerks in der Gemeinde Schossin, zwischen Mühlenbeck und Sudenmühle. Ziel ist es, die lokale Stromversorgung zu stärken und die Einspeisung erneuerbarer Energien aus der Region in das überregionale Stromnetz zu ermöglichen. Das neue Umspannwerk ist Teil eines größeren Netzverknüpfungspunktes, den die WEMAG Netz (WNG) gemeinsam mit dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz realisiert. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende vor Ort.
- Regionaler Verteilnetzbetreiber: Wir sind ein kommunales Unternehmen und bauen die Strominfrastruktur im Interesse der Region aus.
- Energiewende ermöglichen: Das Umspannwerk ist ein zentraler Baustein, um den in der Region erzeugten Strom aus erneuerbaren Energiequellen in das Stromnetz einzuspeisen – für eine klimafreundliche Zukunft.
- Zukunftssichere Netze: Mit dem Umspannwerk schaffen wir die Voraussetzungen für ein modernes und leistungsfähiges Stromnetz in Mecklenburg-Vorpommern.
- Region stärken: Das Projekt verbessert die Versorgungssicherheit in der Region und hilft dabei, Netzengpässe zu vermeiden – dadurch werden höhere Netzentgelte vermieden.
- Sorgfältige Standortauswahl: Der Standort liegt im Suchraum Klein Rogahn, der gesetzlich vorgegeben wurde. Die konkrete Standortfindung wurde von 50Hertz sehr sorgfältig geprüft.
- Transparente Planung: Wir informieren frühzeitig und offen über alle Schritte – und laden die Anwohnerinnen und Anwohner zum Dialog ein.
Am Montag, den 3. November 2025, fand im Jugendwaldheim Dümmer ein gemeinsamer Infomarkt von 50Hertz und der WEMAG Netz statt. Die beiden Netzbetreiber informierten dort über den aktuellen Planungsstand zum Netzverknüpfungspunkt in Mühlenbeck – einem zentralen Baustein für den Netzausbau, die regionale Stromversorgung und die Einspeisung erneuerbarer Energien in Westmecklenburg.
Der Netzverknüpfungspunkt wird künftig wichtige Stromleitungen zusammenführen und ermöglicht:
- die langfristige und klimaneutrale Stromversorgung in der Region,
- die zusätzliche Einspeisung erneuerbarer Energien,
- eine effiziente Verteilung des Stroms in der Region und darüber hinaus.
Im Rahmen des Infomarkts wurden an verschiedenen Themeninseln alle Aspekte rund um das Projekt vorgestellt. Besucherinnen und Besucher konnten sich individuell informieren, Fragen stellen und ihre Anliegen einbringen. Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt.
Wir danken allen Interessierten für ihren Besuch und das große Engagement!
Der Standort für den Netzverknüpfungspunkt befindet sich in der Gemeinde Schossin östlich des Ortsteils Mühlenbeck. Aktuell führen hier zwei Stromleitungen der WEMAG Netz und eine Leitung des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz entlang.
Das Projekt
Der Netzverknüpfungspunkt wird gemeinsam mit 50Hertz geplant. Die WNG wird ein 110-Kilovolt-Umspannwerk errichten, das an die Anlagen von 50Hertz gekoppelt wird.
Der Netzverknüpfungspunkt ist Teil der überregionalen Planung des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz: Dieser bindet damit am Standort die beiden Gleichstromleitungen NordOstLink und SuedOstLink+ (jeweils als Erdkabel) in das Höchstspannungsnetz ein. Zudem soll die bestehende 380-kV-Freileitung von Güstrow nach Krümmel angeschlossen werden. Perspektivisch sind zwei weitere Freileitungen geplant: eine weitere Leitung zwischen Güstrow und Krümmel sowie eine Leitung in Richtung Perleberg. Alle Informationen zur 50Hertz-Planung sowie zu den geplanten Leitungen finden Sie hier: Informationen zum Netzausbau im Suchraum Klein Rogahn
Insgesamt sieht 50Hertz am Standort ein Umspannwerk und drei Konverter vor. Zusätzlich plant die WEMAG Netz GmbH hier ein eigenes Umspannwerk. Der Großteil der Planung und Umsetzung erfolgt dementsprechend durch 50Hertz. Die 50Hertz-Anlagen werden technisch mit dem WNG-Umspannwerk verbunden, um die Einspeisung der von 50Hertz bereitgestellten Energie in das Hoch- und Mittelspannungsnetz der WNG und umgekehrt zu gewährleisten. Aufgrund der niedrigeren Spannungsebene wird das WEMAG Netz-Umspannwerk deutlich kleiner sein als die Anlagen von 50Hertz.
Die Umsetzung des 110-kV-Umspannwerks durch die WNG gliedert sich in vier Maßnahmen:
- Zur Sicherstellung der durchgehenden Stromversorgung werden westlich um das Baufeld zwei 110-kV-Provisorien (provisorische Leitung für die Bauphase) errichtet und betrieben.
- Um das Baufeld für das Umspannwerk freizuräumen, werden die bestehenden 110-kV-Bestandsleitungen teilweise zurück gebaut.
- Im Anschluss wird das neue 110-kV-Umspannwerk errichtet und in Betrieb genommen.
- Zur Anbindung des neuen Umspannwerks wird die bestehende Leitung neu angebunden.
Aktueller Zeitplan
Aus Sicht der WEMAG kann die Energiewende nur gelingen, wenn sie gemeinsam mit den Menschen vor Ort umgesetzt wird. Deshalb möchten wir von Anfang an offen und transparent informieren, lokale Anliegen ernst nehmen und jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Zu diesem Zweck planen wir verschiedene Informationsveranstaltungen. Sobald die Termine hierfür feststehen, werden wir Sie informieren. Sollten Sie Fragen zum Projekt haben, können Sie sich aber gerne jederzeit an unseren Ansprechpartner wenden.
Felix Huber
baustelle@wemag-netz.de
030 700140-419
FAQ zum Projekt
Im Umspannwerk wird elektrische Energie zwischen verschiedenen Spannungsebenen umgewandelt. Hier wird der Strom zum Beispiel von 380 Kilovolt (Höchstspannung) auf 110 Kilovolt (Hochspannung) transformiert, wenn er aus dem Übertragungsnetz in die Region fließt und von 110 kV auf 380 kV transformiert, wenn Strom aus regionaler Erzeugung ins Übertragungsnetz eingespeist wird.
Ein Konverter wandelt elektrischen Strom zwischen Wechselstrom (AC) und Gleichstrom (DC) um. In den Konverterstationen von 50Hertz wird der verlustarme Gleichstrom, der über große Entfernungen transportiert wurde, wieder in Wechselstrom für die regionale Versorgung umgewandelt – und umgekehrt.
Im Stromnetz gibt es verschiedene Spannungsebenen: 380 kV ist eine sehr hohe Spannungsebene (Höchstspannung), mit der Strom über weite Strecken transportiert wird. Dieses Netz betreiben Übertragungsnetzbetreiber wie 50Hertz. 110 kV ist eine niedrigere Spannungsebene (Hochspannung), über die Strom innerhalb einer Region verteilt wird – etwa in Städte, Gemeinden oder zu großen Unternehmen. An sogenannten Netzverknüpfungspunkten treffen diese Spannungsebenen aufeinander – dort stehen Umspannwerke und Konverterstationen.
Ein Umspannwerk transformiert Strom zwischen unterschiedlichen Spannungsebenen (z. B. von 380 kV auf 110 kV). Ein Konverter wandelt dagegen die Stromart um – von Gleichstrom in Wechselstrom und umgekehrt
Im Zuge der Energiewende verändern sich sowohl die Art als auch der Ort der Stromerzeugung: Statt in wenigen großen Kraftwerken wird Strom zunehmend dezentral produziert – vor allem durch Windkraft- und Solaranlagen. Gleichzeitig steigt der Stromverbrauch stetig – in Haushalten, Unternehmen und im Verkehr. Der Netzverknüpfungspunkt ist notwendig, um Strom aus erneuerbaren Energiequellen in das Stromnetz einzuspeisen und zuverlässig zu verteilen. Der Netzverknüpfungspunkt verbindet dafür Wechsel- und Gleichstromleitungen miteinander und stellt gleichzeitig durch die Transformation der unterschiedlichen Spannungsebenen zwischen Übertragungsnetz und Verteilnetz sicher.
50Hertz ist einer der vier Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland. Alle Informationen zu 50Hertz finden Sie hier: Das ist 50Hertz
Der mögliche Standort für den Netzverknüpfungspunkt ist nicht frei wählbar. Der Suchraum Klein Rogahn wurde durch das Bundesbedarfsplangesetz gesetzlich vorgegeben. Er umfasst die Flächen der Gemeinden Klein Rogahn, Stralendorf, Warsow, Holthusen und Schossin.
Ausgangspunkt der Betrachtungen für den genauen Standort war die Identifikation potenzieller Standortbereiche durch 50Hertz, die im Antrag auf Bundesfachplanung für den SuedOstLink+ (§ 6 nach Netzausbaubeschleunigungsgesetz, kurz: NABEG) enthalten waren. Für die Standortfindung für Umspannwerk und Stromrichter (Konverter) wurden unterschiedlich gewichtete Ausschlusskriterien, Rückstellungskriterien und Abwägungskriterien definiert. Diese bildeten die Grundlage für eine sogenannte Weißflächenkartierung.
Das Ergebnis der Standortanalyse zeigt: Nach dem Ausschluss nicht geeigneter Flächen und der sorgfältigen Abwägung aller relevanten Belange hat sich der aktuell geplante Standort als der am besten geeignete Standort herausgestellt.
Die unterschiedlichen Anlagen werden in unterschiedlichen Verfahren genehmigt. Für das WEMAG Netz-Umspannwerk ist voraussichtlich ein Plangenehmigungsverfahren erforderlich. Zuständige Behörde in Mecklenburg-Vorpommern ist das Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit. Im Rahmen des Verfahrens prüft die Genehmigungsbehörde alle Belange und Auswirkungen des Vorhabens und beteiligt alle Träger öffentlicher Belange und relevanten Behörden. Geprüft werden u.a. Umweltverträglichkeit, Artenschutz, Lärm- und Immissionsschutz, verkehrliche Auswirkungen oder die Eigentumsrechte sowie Grundstücksinanspruchnahmen.
Die 50Hertz-Anlagen durchlaufen eigene Genehmigungsverfahren. Alle Informationen dazu finden Sie hier: Informationen Netzverknüpfungspunkt Klein Rogahn
Für die Planung und den Bau von Stromleitungen und Umspannwerken gelten strenge gesetzliche Vorgaben – unter anderem in Bezug auf Sicherheit, Umweltschutz Immissionsschutzwerte. Diese Vorschriften sind verbindlich und werden von uns selbstverständlich eingehalten. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens überprüft die zuständige Behörde zudem die Einhaltung dieser Vorgaben. Aktuell befinden wir uns noch in der Genehmigungsplanung. Die konkrete Planung und der genaue Trassenverlauf befinden sich erst noch in der Ausarbeitung. Daher lässt sich der Abstand zur Wohnbebauung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verlässlich angeben.
Uns ist es wichtig, keine Zahlen zu nennen, die später als nicht haltbar erweisen. Sobald sich die Planung konkretisiert hat, werden wir über die Abstände informieren.
Das geplante Umspannwerk trägt dazu bei, die dringend benötigte Stromleistung in der Region bereitzustellen und den lokal erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien in das Stromnetz einzuspeisen. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Netzqualität und zur Sicherung der regionalen Stromversorgung.
Der Ausbau der erneuerbaren Energien – und somit auch des Stromnetzes – stärkt die Region langfristig im Standortwettbewerb und eröffnet wirtschaftliche Chancen. Auch die Gemeinde selbst wird von Gewerbesteuereinnahmen profitieren.
Jeder Eingriff in die Natur und das Landschaftsbild muss ökologisch ausgeglichen werden. Dafür gibt es klare Vorgaben. Die Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen müssen wir allerdings erst noch prüfen. Unser Ziel ist es, die Ausgleichsmaßnahmen so nah wie möglich am Standort umzusetzen. Bei der Suche geeigneter Flächen sind uns aufgrund der gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben sowie der erforderlichen Rücksichtnahme auf Eigentumsverhältnisse, enge Grenzen gesetzt.
Es ist uns aber ein wichtiges Anliegen, zu gegebener Zeit gemeinsam mit der Gemeinde und den Beteiligten vor Ort die geeigneten Möglichkeiten für Ausgleichsmaßnahmen zu erörtern.
Derzeit konkretisieren wir die Planungen Schritt für Schritt. Parallel dazu stehen wir im stetigen Austausch mit den zuständigen Behörden, um die Genehmigungsvoraussetzungen zu klären und die nächsten Schritte vorzubereiten.
Sobald wir einen belastbaren Planungsstand erreicht haben, z.B. mit einer Aussage zu den vorgesehenen Genehmigungsverfahren, werden wir eine öffentliche Informationsveranstaltung, vsl. in Form eines Infomarktes durchführen. Dort möchten wir die Planungen umfassend vorstellen, Fragen beantworten, Ihre Meinungen einholen und mit Ihnen gemeinsam in den Austausch kommen.
Im Anschluss an die Informationsveranstaltung werden wir Sie kontinuierlich, offen und frühzeitig über den weiteren Projektverlauf informieren.
E-Mail: baustelle@wemag-netz.de
Telefon: 030 700140-419