Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz - EEG vom 21. Juli 2014, das zuletzt durch Artikel 11 des Gesetzes vom 16. Juli 2021 (BGBI. I S. 3026) geändert worden ist, regelt unter anderem den Anschluss von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien und Grubengas sowie die Abnahme und Vergütung dieses Stroms durch die Netzbetreiber sowie den bundesweiten Ausgleich. Zu den regenerativen Energien zählen Wasser-, Wind und solare Strahlungsenergie, Geothermie, Deponie- und Klärgas sowie Biomasse.

Vergütungssystematik - Was fördert das EEG?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz vom 21. Juli 2014 (BGBl. I S. 1066), das zuletzt durch Artikel 11 des Gesetzes vom 16. Juli 2021 (BGBl. I S. 3026) geändert worden ist, regelt unter anderem den Anschluss von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien und Grubengas sowie die Abnahme und Vergütung dieses Stroms durch die Netzbetreiber sowie den bundesweiten Ausgleich. Zu den regenerativen Energien zählen Wasser-, Wind- und solare Strahlungsenergie, Geothermie, Deponie- und Klärgas sowie Biomasse.

Die Höhe der jeweiligen Vergütung ist unter anderem abhängig von:

  • der Art des Energieträgers (Solar, Wind, Biomasse, Wasser, Geothermie, Grubengas)
  • der installierten Leistung der Erzeugungsanlage
  • der Betriebsweise der Erzeugungsanlage (Volleinspeisung/Überschusseinspeisung)
  • dem Inbetriebnahmezeitpunkt der Erzeugungsanlage 

 

Vergütungsvoraussetzungen - Welche Nachweise sind zu erbringen?

Wir haben für Sie Dokumente und Erklärungen, die für die Nachweisführung zum Erhalt der EEG-Einspeisevergütung in unserem Netz erforderlich sind, zusammengefasst:

Inbetriebnahmenachweis

Die erstmalige Inbetriebnahme einer Erzeugungsanlage ist Grundlage zur Bestimmung der Vergütungshöhe und -dauer gemäß EEG. Laut Gesetzestext ist die „Inbetriebnahme“ die erstmalige Inbetriebsetzung der Anlage nach Herstellung ihrer technischen Betriebsbereitschaft. Nach dieser Definition und der Gesetzesbegründung ist eine erstmalige Inbetriebnahme zumindest rechtlich auch ohne Netzanschluss möglich, wenn die technische Betriebsbereitschaft der Anlage hergestellt und danach die Inbetriebnahme, d.h. die tatsächliche Stromerzeugung durch den Generator erfolgt ist. Die Anwesenheit und Mitwirkung der WEMAG Netz GmbH bei einer („kaufmännischen“) Inbetriebnahme zur Sicherung der Vergütungshöhe bzw. -dauer zu einem bestimmten Stichtag ist daher grundsätzlich nicht erforderlich. Umso wichtiger ist es, den genauen Zeitpunkt in geeigneter Weise zu dokumentieren. Nutzen Sie dafür gerne das Bestätigungsprotokoll Inbetriebsetzung.

Pflicht zum Einspeisemanagement

Das Einspeisemanagement hat als vorübergehende Netzsicherheitsmaßnahme die Aufgabe, den sicheren Netzzustand im Rahmen des Netzbetriebes zu gewährleisten. Demnach sind Netzbetreiber berechtigt und verpflichtet, sofern die Sicherheit des Elektrizitätsversorgungssystems gefährdet oder gestört ist, diese durch das Ergreifen vorgegebener Maßnahmen zu beseitigen. Das Einspeisemanagement beschreibt somit die temporäre Reduzierung der Einspeiseleistung von Erneuerbaren Energien-, Grubengas- und Kraft-Wärmekopplungsanlagen und stellt grundsätzlich einen Teil der Systemsicherheitsmaßnahmen im Elektrizitätsnetz dar. Weitere Informationen zum Einspeisemanagement finden Sie hier.

Registrierungspflicht Marktstammdatenregister

Am 31. Januar 2019 hat das Webportal des Marktstammdatenregisters (MaStR) den Betrieb aufgenommen. Das bringt für Sie als Betreiber einer Stromerzeugungsanlage neue Verpflichtungen mit sich. Das MaStR der Bundesnetzagentur wird künftig das zentrale Register für alle Stromerzeugungsanlagen sowie für alle Stromspeicher in Deutschland sein. Als Betreiber einer Stromerzeugungsanlage sind Sie gesetzlich verpflichtet, sich und Ihre Anlagen in diesem Portal zu registrieren – unabhängig davon, ob Ihre Anlage bereits in einem früheren Register registriert wurde oder nicht. Das Portal finden Sie unter www.marktstammdatenregister.de.

Wichtig für Sie: Damit die Zahlungen (Einspeisevergütung, Förderung, Marktprämie, Zuschläge) nach EEG oder KWKG (weiterhin) ohne Abzüge ausbezahlt werden können, ist es notwendig, dass Sie die vom Gesetzgeber vorgegebenen Fristen für die Registrierung einhalten. Weitere Informationen finden Sie in unseren FAQ’s.

Jahresnachweis

Als Anlagenbetreiber sind Sie gemäß § 71 EEG 2021 dazu verpflichtet, dem Netzbetreiber bis zum 28. Februar eines Folgejahres die für die Endabrechnung des Vorjahres benötigten Daten (ggf. Zählerstände, Bankinformationen und Umweltgutachten) zur Verfügung zu stellen. Gemäß § 72 EEG 2021 ist die WEMAG Netz GmbH verpflichtet, bis zum 31. Mai eines Jahres die Endabrechnung für das Vorjahr für jede einzelne Anlage beim Übertragungsnetzbetreiber vorzulegen. Dies erfolgt in Form eines Testates, welches durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer erstellt wird. In dieser Endabrechnung können nur die Vergütungszahlungen in Ansatz gebracht werden, die auch tatsächlich für dieses Jahr und bis zur gesetzlich festgelegten Frist geleistet wurden. Nur diese Mengen können in den bundesweiten Belastungsausgleich einfließen und zur Ermittlung der EEG-Umlage für Letztverbraucher herangezogen werden.

Wichtiger Hinweis: Kommt ein Anlagenbetreiber seiner gesetzlichen Meldepflicht (jährlich!) nicht fristgerecht nach, besteht gemäß § 26 Abs. 2 EEG 2021 kein Anspruch auf Weiterzahlung der Einspeisevergütung!

Vergütungszahlungen - Wie erfolgt die Abrechnung der Einspeisemengen?

Die Vergütung, die Sie für die Einspeisung des in Ihrer Anlage erzeugten Stroms in unser Netz erhalten, ist durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt. Dieses sieht vor, dass die Abrechnung durch den Netzbetreiber, in Form von angemessenen monatlichen Zahlungen an Sie, vorzunehmen ist. Die Abrechnung erfolgt daher für Sie in einem komfortablen Abschlags- bzw. Gutschriftenverfahren durch die WEMAG Netz GmbH.

Wichtiger Hinweis: Für den reibungslosen Ablauf der Abrechnung benötigen wir von Ihnen einige wichtige Angaben wie z.B. Umsatzsteuer, Bankverbindung, Postanschrift. Diese werden von der WEMAG Netz GmbH nach erfolgreichem Anschluss Ihrer Anlage mittels Fragebogen zur Auszahlung der Einspeisevergütung von Ihnen abgefragt. Bitte senden Sie uns dieses Formular schnellstmöglich ausgefüllt zurück, damit wir Ihre Zahlungen zeitnah an Sie auszahlen können. Auch für Änderung dieser Daten nutzen Sie bitte das bereitgestellte Formular!

Fragebogen zur Auszahlung der Einspeisevergütung

Als Anlagenbetreiber sind Sie gemäß § 71 EEG 2021 dazu verpflichtet, dem Netzbetreiber bis zum 28. Februar eines Folgejahres die für die Endabrechnung des Vorjahres benötigten Daten (ggf. Zählerstände, Bankinformationen und Umweltgutachten) zur Verfügung zu stellen. Gemäß § 72 EEG 2021 ist die WEMAG Netz GmbH verpflichtet, bis zum 31. Mai eines Jahres die Endabrechnung für das Vorjahr für jede einzelne Anlage beim Übertragungsnetzbetreiber vorzulegen. Dies erfolgt in Form eines Testates, welches durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer erstellt wird. In dieser Endabrechnung können nur die Vergütungszahlungen in Ansatz gebracht werden, die auch tatsächlich für dieses Jahr und bis zur gesetzlich festgelegten Frist geleistet wurden. Nur diese Mengen können in den bundesweiten Belastungsausgleich einfließen und zur Ermittlung der EEG-Umlage für Letztverbraucher herangezogen werden.
 

Direktvermarktung

Die Direktvermarktung wird grundsätzlich in zwei unterschiedliche Formen unterschieden:

  • Direktvermarktung zum Zweck der Inanspruchnahme der Marktprämie. 
  • Sonstige Direktvermarktung des in der Anlage erzeugten Stroms.

Seit Inkrafttreten des EEG 2014 zum 01.08.2014 gilt für alle Neuanlagen eine verpflichtende Direktvermarktung, wenn die installierte Leistung 500 kW übersteigt. Ab dem 01.01.2016 wird diese Verpflichtung auf Neuanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100 kW ausgeweitet (§37 EEG 2014). Für Biogas- und Biomethananlagen, die nach dem 01.01.2014 ans Netz gingen und deren Leistung 750 kW überstieg, galt bereits eine im EEG 2012 festgelegte Direktvermarktungspflicht. Die Verpflichtung zur Direktvermarktung gilt jedoch nicht für Bestandsanlagen, die vor dem 01.08.2014 in Betrieb genommen wurden (§ 100 Abs. 1 Nr.6 EEG 2014).

Über die verpflichtende Direktvermarktung für Neuanlagen hinaus besteht gemäß § 9 EEG 2021 zudem die verpflichtende Fernsteuerbarkeit für alle Erzeugungsanlagen, deren Strom direktvermarktet wird.

Anmeldung von Neuanlagen zur Direktvermarktung (Erstzuordnung ab Inbetriebnahme)

Gemäß dem Beschluss BK6-14-110 der Bundesnetzagentur vom 29.01.2015 sind Erstzuordnungen von Neuanlagen, die unter die verpflichtende Direktvermarktung nach EEG 2014 fallen, mittels des zu diesem Beschluss veröffentlichten und über die Homepage der Bundesnetzagentur elektronisch abrufbaren Formulars vorzunehmen, entgegenzunehmen, zu bearbeiten und zu bestätigen. Das betreffende Excelformular der Bundesnetzagentur finden Sie hier zum Download.

Formular Anmeldung Direktvermarktung Neuanlagen (BNetzA)

Nachweis der Fernsteuerbarkeit

Der Anspruch auf Zahlung der Marktprämie besteht u.a. nur, wenn der Strom in einer Anlage erzeugt wird, die „fernsteuerbar“ im Sinne des EEG 2021 ist. Der Anlagenbetreiber muss dem Direktvermarktungsunternehmen oder einer anderen Person, an die der Strom veräußert wird, zudem die Befugnis einräumen, jederzeit die jeweilige Ist-Einspeisung abzurufen und die Einspeiseleistung ferngesteuert zu reduzieren.

Wichtiger Hinweis:
Bitte beachten Sie, dass die Fernsteuerbarkeit durch einen Direktvermarkter gemäß § 10b EEG 2021 nichts mit dem „Einspeisemanagement“ nach § 9 EEG 2021 (ferngesteuerte Leistungsreduzierung durch den Netzbetreiber im Falle von Netzengpässen) zu tun hat. Es handelt sich hierbei um zwei verschiedene Sachverhalte, die von den jeweils zur Fernsteuerung der Anlage berechtigten Akteuren (Netzbetreiber und Direktvermarkter) über separate technische Einrichtungen umgesetzt werden müssen.

Anlagen sind im Sinne des EEG durch den Direktvermarkter „fernsteuerbar“, wenn Anlagenbetreiberinnen oder Anlagenbetreiber

1.  technischen Einrichtungen vorhalten, die erforderlich sind, damit das Direktvermarktungsunternehmen, an den sie den Strom direkt vermarkten, oder eine andere Person, an die dieser Strom weiterveräußert wird, jederzeit

a) die jeweilige Ist-Einspeisung abrufen kann und
b) die Einspeiseleistung ferngesteuert reduzieren kann, und

2.  dem Direktvermarktungsunternehmen oder der anderen Person nach Nummer 1 die Befugnis einräumen, jederzeit

a) die jeweilige Ist-Einspeisung abzurufen und
b) die Einspeiseleistung ferngesteuert in einem Umfang zu reduzieren, der für eine bedarfsgerechte Einspeisung des Stroms erforderlich ist

Für den Nachweis der unter Punkt 2 genannten Befugnis verwenden Sie bitte das zur Verfügung gestellte Formular.

Formular Nachweis-Fernsteuerbarkeit

Das unterschriebene Formular senden Sie bitte zusammen mit den erforderlichen Nachweisen zur Fernsteuerbarkeit (Einbaubeleg der Steuereinrichtung, Protokoll Funktionstest mittels Leistungsreduzierung) im Original an folgende Adresse:

WEMAG Netz GmbH
Einspeisemanagement
Obotritenring 40
19053 Schwerin

oder elektronisch an einspeisung@wemag-netz.de 

Marktwerte

Die monatlichen Marktwerte für die Berechnung der Marktprämie werden von den vier Übertragungsnetzbetreibern ermittelt und spätestens bis zum Ablauf des zehnten Werktags des Folgemonats veröffentlicht.