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05.11.2026

WEMAG Netz konkretisiert milliardenschweres Ausbauprogramm bis 2045

Netzausbauplan 2026: Neue Netzverknüpfungspunkte, rund 1.200 Kilometer Hochspannungsleitungen und stärkere Verteilnetze für die Energiewende

Die WEMAG Netz GmbH hat ihren Netzausbauplan 2026 veröffentlicht. Er beschreibt, wie das Stromnetz in West-Mecklenburg sowie in Teilen Brandenburgs und Niedersachsens bis 2045 weiterentwickelt werden soll. Gründe für die hohen Investitionssummen sind vor allem der weitere Zubau von Wind- und Photovoltaikanlagen, steigende Stromverbräuche durch Elektromobilität und elektrische Wärmelösungen sowie neue Großverbraucher und Speicher.

Umspannwerk der WNG
WEMAG Netz GmbH veröffentlicht Netzausbauplan 2026. WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Hochspannungsnetz wird zur Transportinfrastruktur für erneuerbare Energien

Im Hochspannungsnetz einschließlich der zugehörigen Umspannebenen weist der neue Plan bis 2045 einen Investitionsbedarf von rund 2,5 Milliarden Euro aus. Vorgesehen sind sechs neue Netzverknüpfungspunkte zum Übertragungsnetz sowie Verstärkungs- und Neubaumaßnahmen an rund 1.200 Kilometer Hochspannungsleitung und zahlreichen Umspannwerken. Die geplanten Maßnahmen sollen zusätzliche Einspeiseleistung aus EEG-Anlagen aufnehmen, bestehende Engpässe reduzieren und die Versorgungssicherheit langfristig gewährleisten.

Mehr Ausbau in Mittel- und Niederspannung

Auch in den verbrauchernahen Netzebenen steigt der Handlungsbedarf. Bis 2045 umfasst die strategische Planung rund 1.750 Kilometer Mittelspannungsleitungen sowie rund 2.250 Kilometer Niederspannungsleitungen. Der Investitionsbedarf in diesen Netzebenen wird auf rund 730 Millionen Euro geschätzt.

Während in der Hochspannung vor allem Windenergie, Photovoltaik und Speicher zusätzliche Transportkapazitäten erfordern, wird der Ausbau der Mittel- und Niederspannungsnetze zunehmend durch steigende Bezugsleistungen geprägt. Dazu zählen insbesondere Elektromobilität, elektrische Wärmelösungen und neue Verbrauchseinrichtungen. Damit lange Mittelspannungsabgänge und wachsende Lasten künftig nicht zu Spannungsproblemen führen, sieht der Plan unter anderem zusätzliche Umspannwerke, stärkere Leitungen und intelligente Ortsnetztransformatoren vor.

Neue Versorgungsaufgabe: Photovoltaik wächst, Großverbraucher gewinnen an Bedeutung

Das dem Plan zugrunde liegende Regionalszenario erwartet für 2045 rund 13,3 Gigawatt installierte Leistung aus erneuerbaren Energien. Davon entfallen rund 8,6 Gigawatt auf Photovoltaik und rund 4,6 Gigawatt auf Windenergie an Land. Bereits ab 2030 soll Photovoltaik gemessen an der installierten Leistung die bedeutendste Einspeisetechnologie im Netzgebiet sein.

Gleichzeitig verändert sich die Verbrauchsseite. Der neue Netzausbauplan berücksichtigt erstmals Stand-Alone-Rechenzentren als eigene Verbrauchskategorie. Für sie werden im Regionalszenario 710 Megawatt im Jahr 2030, 1.210 Megawatt im Jahr 2035 und 1.710 Megawatt im Jahr 2045 angesetzt.

Strategischer Rahmen wird regelmäßig fortgeschrieben

Der Netzausbauplan 2026 ist ein strategischer Entwicklungsrahmen. Die dargestellten Maßnahmen, Termine und Investitionsbedarfe spiegeln den aktuellen Planungsstand wider und werden regelmäßig an die tatsächliche Entwicklung von Erzeugung und Verbrauch, regulatorische Vorgaben sowie übergeordnete Netzausbauvorhaben angepasst. Herausforderungen bleiben insbesondere lange Genehmigungsverfahren, begrenzte Kapazitäten bei Planungsbüros, Bauunternehmen und Herstellern sowie technische Abhängigkeiten zwischen einzelnen Projekten.

Vom 2. bis 30. November 2026 können über die Plattform VNBdigital Stellungnahmen zum Netzausbauplan abgegeben werden.